Vom Achen- zum Gardasee, die alte Brennerstrasse, heiße Reifen und die Erkenntnis: DER WEG IST DAS ZIEL.

Hier an der Achenseestrasse haben wir genau den richtigen Platz gefunden. Es ist gross und ruhig, nur alle 20 Minuten kommt mal ein Auto vorbei. Wir schlafen gut und ruhiog, über dem Gully können wir unsere Abwasser entleeren. Am nächsten Morgen sehen wir die tiefe Schlucht in der wir stehen, dennoch, schon 150 m über uns hängen die Wolken in den Felswänden fest. Nur auf google-maps-Gelände sehen wir, dass sie an dieser Stelle bis zu 1200 m hoch steigen.

Ständig deutsches und österreichisches Gebiet kreuzend, kommen wir endlich an den (ehemaligen) Grenzübergang, an dem nun Kunsthandwerk feilgeboten wird.

Das erst was uns auffällt, ist dass viele Dörfer, durch die wir nun fahren Klimaschütz-Bündnis-Gemeinden sind. Vergeblich hatten wir im Mühlenbecker Land versucht, die LINKE geschweige denn andere Parteien in der Gemeindevertretung von diesem wichtigsten Schritt zu überzeugen. Hier reihen sich, wie eine Öko-Perlenkette Gemeinde an Gemeinde aneinander, die sich das Ziel setzen, bald CO2-neutral zu leben und zu verbrauchen.

Parallel zur uralten VIA BAVARIA-TIOROLENSIS fahren wir auf diesem Weg fernab der Autobahn auf Innsbruck zu, nein das Navi empfiehlt uns Innsbruck zu umgehen. Und da wird’s abenteuerlich. Die Strecke die wir jetzt fahren, scheint Motorradfahrer zu begeistern,eine Kurve jagt die Andere, steile Auffahrten und winkelige Gefälle, und das oft mit einer Strassenbreite, dass neben unser Wohnmobil vielleicht grad noch ein Steyr-Puch (der österreichische FIAT) 500 passt. Trotz Servolenkung, tun mir am Abend die Handgelenke weh und ich muss nun wirklich Multitasking fahren. Bald rieche ich die Bremsen heiss werden, bald schmeiss ich die Heizlüftung auf volle Power, um den Kühler am Kochen zu hindern, dann wiederum empört sich die Kupplung, dass sie zu oft gedrückt wird, von Geschirr, Büchern Töpfen und Pfannen ganz zu schweigen, die aus dem hinteren Teil des Wohlmobils sich zu einen lautstarken Protest-Flash-Mob zusammenfinden.

Als wir von einem Seitental auf einmal die riesige Brennerautobahn ÜBER uns sehen, weiss ich, das Schlimmste ist hinter mir. Ich bin völlig durchgeschwitzt, und gleich hinter der Italienischen Grenze machen wir Stopp an einer der vielen Südtiroler Apfelplantagen, an denen makellose glänzende knackige (genmanipulierte Äpfel zum Reinbeißen und Mundraub verführen).

Wir bleiben sauber und Margot zaubert in kürzester Zeit leckere Buletten und eine Paprika-Gemüse-Pfanne, die uns für ein Mittagsschläfchen richtig satt füllt.

Danach die Frage, Anhalten oder weiterfahren? AUf dem Wetter-App lese ich, dass es am nur 130 km entfernten Gardasee 25 Grad haben soll, statt der 16 hier oben knapp hinterm Brenner. Also los.

Wer sich auf der Karte die Lage des LAGO DI GARDA ansieht, kann es sehen, noch einmal geht es durch ein tiefes Tal (Panone 1200m rechts und Casina 2000 m links) bis wir eine lange steile Strasse geradeaus geradezu auf RIVA del Garda zu steuern.

Hier hat es wohl den ganzen Tag geregnet, aber die Saison ist noch voll im Gange, die Menschen laufen in kurzen Hosen mit Regencapes herum, ja es ist mild, aber die Skyline, wäre ohne WoIken sicher noch eindrucksvoller (siehe das Bild aus dem Archiv)

 

Heute haben wir Pech mit der Schlafplatzsuche. der im Wohnmobilführer angegebene günstige kommunale Stellplatz im Ort ist nirgend zu finden, jener, den Margot vor 8 Jahren mit ihrer Tochter Kathrin aufgesucht hatte, auch nicht, derjenige, den wir beim vorbeifahren zu sehen glaubten, ist für Wohnmobile nur tagsüber zugelassen. SO enden wir schliesslich nach 50 km hin- und Her-Fahrerei auf einem Campingplatz in Campagniola. Mit einem Reifen fast auf der (wie wir fürchten viel-befahrenen östlichen Uferstrasse), aber die Furcht wart unbegründet, fast auf den Schlag‘ Mitternacht kommt der Verkehr zum Erliegen und ich wache erst morgens und 1/4 nach 8 von einem Linienbus auf, der vorbei fährt.

Die Batterien sind wieder voll, alle Akku-betriebenen Geräte auch,m der Wassertank ebenso, alles schlechte haben wir abgelassen. Und ein längeres Lesen und besprechen durchgeführt, was wir eigentlich alles sehen wollen ohne dabei die wichtigste Wohnmobil-Erkenntnis aus dem Auge zu verlieren: DER WEG IST DAS ZIEL.

Wir suchen uns einen kleinen See vor Florenz raus, der unser heutiges Ziel sein soll und Margot hat die Reize der Insel ELBA entdeckt, jenem Ort, an dem ich von 1972 bis 80 wohl über 20 mal meinen Urlaub verbachte, und in dieser dramatischen Zeit zu mancher wichtigen Entscheidung kam.

Ich bin gespannt.

 

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